Freitag, 28. Februar 2014

67

Sag etwas, ich bin dabei dich aufzugeben.
Überallhin wäre ich dir gefolgt.
Sag etwas, ich bin dabei dich aufzugeben
Und ich fühle mich so klein.
Es wächst mir alles über den Kopf.
Ich weiß nichts mehr.
Und ich werde stolpern und fallen.
Sag etwas, ich bin dabei dich aufzugeben
Es tut mir Leid, dass ich nicht zu dir durchgekommen bin.
Überallhin wäre ich dir gefolgt.
Sag etwas, ich bin dabei dich aufzugeben.
Und ich verabschiede mich.
Sag etwas, ich bin dabei dich auzugeben.
Sag etwas..


Sonntag, 5. Januar 2014

66

Trauer ist wie Versinken, wie Begrabenwerden. Ich treibe in Wasser, das die gelbbraune Farbe aufgewirbelter Erde hat. Jeder Atemzug ist ein Ersticken. Es gibt nichts, woran ich mich festhalten könnte, keine Ränder, keine Möglichkeit, mich hochzuziehen.
Ich kann nichts weiter tun als loslassen.
Lass los. Spüre das Gewicht um dich herum, spüre, wie deine Lunge zusammengepresst wird, den langsamen, immer festeren Druck. Sink dahin. Da ist nichts außer dem Gund tief unten. Da ist nichts außer dem metallischen Geschmack, dem Echo vergangener Dinge und Tage, die aussehen wie Dunkelheit.

Sonntag, 17. November 2013

65



Sie sagten: „Sieht gut aus.“; „Steht dir.“ Oder fragten: „Wieso hast du deine langen Haare abgeschnitten?“ Ich sagte nichts dazu. Sie sahen nicht den Grund dafür. Den werden sie auch nie erfahren. Ich schnitt mir die Haare nicht wegen einem neuen Lebensabschnitt. Nein, überhaupt nicht um neu anzufangen. Ich schnitt sie mir aus einem ganz anderen Grund. Ich tat es für mich. Um mir selbst zu zeigen, dass ich noch lebe. Noch atme. Noch da bin. Es ist wie beim Schneiden, nur, dass es nicht von außen weh tut. Es tut von innen weh. Es ist ein innerer Schmerz der einen von innen zerreißt. Wie die Traurigkeit, die Einsamkeit, die Leere. Die mich von innen immer mehr zerreißt. Aber keiner wird es je erfahren. Keiner wird es merken.