Dienstag, 29. Januar 2013

38

Ich sage kein Wort.
Mein Gesicht ist aus Glas.
Und ich wünsche mir, dass sich jemand daran schneidet.
Ich bin umgeben von Vergangenheit.
Und mein Lächeln verfängt sich in fremden Geschichten.
Ich will auch eine Geschichte haben.
Eine die ich selbst bestimme.
Ich glaube, dass die Angst, die man hat,
wenn man an einem Abgrund steht,
in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist.
Eine Sehnsucht, sich fallen zu lassen –
oder die Arme auszubreiten und zu fliegen.



Donnerstag, 24. Januar 2013

37



Das Bild, das gezeichnet wird, ist erbarmungslos und entmutigend. 
Doch es zeigt am Ende, wer uns retten kann: 
Wir uns selbst, indem wir zu dem stehen, wer und was wir sind.


Dienstag, 15. Januar 2013

36

Mein Leben ist wie der Nachthimmel bei Neumond.
Finster aber durchsäht
von kleinen Lichtern,
die ich nicht fähig bin zu fassen.

 

Sonntag, 13. Januar 2013

35



Ich habe nachgedacht. Jetzt weiß ich mehr. Ich bin an allem schuld. Ich bin schuld daran wie es mir jetzt geht. Alle haben sich von mir abgewendet. Schon von Anfang an. Und jetzt weiß ich wieso. Wegen mir. Wegen meiner Krankheit. Ich verabscheue diese Krankheit. Ich hätte mir schon lange helfen lassen können. Ich habe mir auch helfen lassen. Aber das hat nichts gebracht. Rein gar nichts. Ich will mir nicht mehr helfen lassen. Denn bei mir kann man diese verdammte Krankheit nicht heilen. Es geht nicht. Ich werde wohl mein ganzes Leben lang so leben müssen. Mit dieser Krankheit. Alle werden sich von mir abwenden. Nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Weil bei denen die ich gut kenne bin ich aufgeschlossen und kann laut und viel Reden. Doch dann wenn ein Erwachsener oder Menschen die ich nicht kenne mit mir reden kann ich nicht reden. Ich kann es nicht. Es geht verdammt noch mal nicht! Warum? Wegen dieser beschissenen Krankheit. Ich hasse sie. Sie macht mich und mein Leben kaputt. Ich weiß zwar nicht was die anderen dann denken, weil ich ja bei ihnen so aufgeschlossen bin und bei Erwachsenen und Menschen die ich nicht kenne nicht reden kann. Aber ich kann mir schon denken was sie denken. Was hat die für ein Problem? Die muss doch einfach nur ihren verdammten Mund öffnen und was sagen! Tja liebe Leute. Es geht nicht! Versteht ihr das nicht?!  Ich glaube nicht, dass ihr das versteht. Wie solltet ihr das auch verstehen wenn ihr euch nicht in mich hineinversetzen könnt. Es tut mir ja leid. Ich kann nichts für diese Krankheit. Sie macht mich einfach kaputt. Ich kann nicht mehr!
Welche Krankheit habe ich? Ich habe (S)elektiven Mutismus.
Warum ist das so schlimm für mich? Weil sich alle von mir entfernen. Sie wollen nichts mehr mit mir zu tun haben. Dann bin ich alleine. Viel zu oft. Und wenn man alleine ist denkt man zu viel nach. Man fragt sich warum sich alle von einem abwenden. Man will die Menschen die einem wichtig sind nicht verlieren. Aber sie ignorieren einen dann einfach und das tut weh. Und dann gibt man sich für alles selber die Schuld. Ja, ich gebe mir selber die Schuld. Denn ich könnte ja meinen verdammten Mund öffnen. Leider geht es nicht. Die Krankheit zerstört mich. Durch sie zerstöre ich mich. 




Samstag, 12. Januar 2013

34



Kennst du dieses unheimliche Gefühl, das wie aus dem Nichts kommt, urplötzlich da ist und Besitz von dir nimmt? Das sich rasend schnell in deinem Magen ausbreitet, deinen Atem flacher werden lässt und dir die Tränen in die Augen treibt? Ja, klar, denn genau in diesem Moment fühlst du dich wie der einsamste Mensch der Welt. Einsamkeit ist ein so fieses wie gemeines Gefühl. Man kann nicht einmal erklären, warum es wann und wie auftaucht, aber es macht dich echt fertig. Schließlich denkst du, niemand mag mich, niemand versteht mich, niemand liebt mich. Was an mir ist nur so falsch, dass ich so alleine bin?


Donnerstag, 10. Januar 2013

33

Da sind immer Wände, ganz gleich, wo man geht und steht. Manche Wände sind dünn wie
Pappmaché und das Einreißen fällt leicht. Einige Wände sind stabil, aber wir sind stark genug. Sie sind uns kein Hindernis. Manchmal können wir Wände austricksen, manchmal finden wir eine Tür, durch die wir gehen und die Wände zurücklassen können. Manchmal.
An anderen Wänden holen wir uns blutige Fingernägel und es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu kapitulieren, sie ehrfurchtlos zu streicheln und uns warmzuhalten. Wir sind dazu geneigt, die Wände um uns noch höher zu ziehen statt sie einzureißen, weil wir Angst vor Widerstand und Schmerz und einem kräfteraubendem Kampf haben. Wir richten uns lieber hinter den Wänden ein, legen die Hände in den Schoß und warten auf die Dinge, die da kommen mögen.




Dienstag, 8. Januar 2013

32

Ein bisschen Melancholie - ist manchmal ok
ein bisschen traurig sein - und den Grund nicht versteh'n
ein bisschen depressiv - aber trotzdem entspannt
denn glückliche Menschen sind nicht interessant.


Freitag, 4. Januar 2013

31

Menschen träumen. Aber sie vergessen. Aber was für ein Traum bleibt als Erinnerung, die du nicht vergessen kannst? Stell dir vor du wachst auf, aber du schläfst noch. Projektionen der Wirklichkeit, vertraute Bilder, aber sie fühlen sich so anders an. Aber was passiert, wenn man weiß, dass man träumt? Kannst du entscheiden, welchen Weg du gehst? Kannst du entscheiden, wohin der Weg dich hinführt? Eine Welt ohne Schwerkraft, eine Welt mit seltsamer Schönheit. Aber wie schön kann eine Welt sein ... wenn du allein bist? Alles bewegt sich weg. Alles folgt einem anderen Weg. Vielleicht ... musst du diesem Weg nur folgen. Plötzlich fühlst du dich in jedem Moment. Momente, die für die Ewigkeit sind. Lernst sie loszulassen. Lass den Traum dich an einen Ort leiten wo du dachtest, du hast ihn schon längst vergessen. Zu einem Ort mit ewiger Schönheit. In der Hoffnung, die Antworten zu finden, die auf dich am Ende des Traums warten. Oder was ist es, was du suchst? Vielleicht kannst du die Antworten nicht in diesem Traum finden. Aber wenn du aufwachst.


Dienstag, 1. Januar 2013

30



Railway tracks.
Mountain tops.
Fields.
A church, a dog.
The wind.
Who reminds me of the past.
And all that is in my head.
Only in my head.
Roadhouse.
Parking lots.
Factories.
Stones and rocks.
Metal sky.
Rain. Stars.

I'm halfway gone.
I'm halfway there.
Villages. Houses.
Lakes. Rivers.
Railways.
Mountain tops.
I'm breaking through these tunnel walls.
And all that is in my head.
Only in my head.