Sie sagten: „Sieht gut aus.“; „Steht dir.“ Oder
fragten: „Wieso hast du deine langen Haare abgeschnitten?“ Ich sagte nichts
dazu. Sie sahen nicht den Grund dafür. Den werden sie auch nie erfahren. Ich
schnitt mir die Haare nicht wegen einem neuen Lebensabschnitt. Nein, überhaupt
nicht um neu anzufangen. Ich schnitt sie mir aus einem ganz anderen Grund. Ich
tat es für mich. Um mir selbst zu zeigen, dass ich noch lebe. Noch atme. Noch
da bin. Es ist wie beim Schneiden, nur, dass es nicht von außen weh tut. Es tut
von innen weh. Es ist ein innerer Schmerz der einen von innen zerreißt. Wie die
Traurigkeit, die Einsamkeit, die Leere. Die mich von innen immer mehr zerreißt.
Aber keiner wird es je erfahren. Keiner wird es merken.
Sonntag, 17. November 2013
Mittwoch, 16. Oktober 2013
64
Ich möchte aufhören.
Aufhören, nach dem Sinn zu suchen.
Aufhören zwanghaft glücklich zu sein, glücklich zu wirken.
Aufhören zu weinen.
Aufhören, nach dem Sinn zu suchen.
Aufhören zwanghaft glücklich zu sein, glücklich zu wirken.
Aufhören zu weinen.
Zu schreien.
Zu kratzen.
Zu kratzen.
Zu beißen.
Zu halten.
Zu fallen.
Zu zittern.
Zu sehen.
Zu hören.
Zu laufen.
Zu geben.
Zu nehmen.
Zu flehen.
Zu fühlen.
Zu denken.
Zu hoffen.
Zu lügen.
Zu lieben.
Zu hassen.
Zu suchen.
Zu träumen.
Zu warten.
Ich möchte aufhören zu atmen.
Aufhören zu leben.
Sonntag, 6. Oktober 2013
Freitag, 30. August 2013
62
Die Einsamkeit erstickt mich. Sie versperrt
mir den Weg zur Luft.
Sie schnürt mir die Kehle zu. Lässt mich nicht atmen.
Ich ringe nach Luft, doch da ist nichts. Niemand, nur die Einsamkeit selbst.
Sie ist stärker, sie ist größer als ich. Sie schaut mich von oben herab an.
Sie hat ein triumphierendes Grinsen im Gesicht.
Sie sagt, ich hätte es verdient einsam zu sein.
Und ich frage mich, was bleibt noch außer der Einsamkeit?
Nichts.
Sie schnürt mir die Kehle zu. Lässt mich nicht atmen.
Ich ringe nach Luft, doch da ist nichts. Niemand, nur die Einsamkeit selbst.
Sie ist stärker, sie ist größer als ich. Sie schaut mich von oben herab an.
Sie hat ein triumphierendes Grinsen im Gesicht.
Sie sagt, ich hätte es verdient einsam zu sein.
Und ich frage mich, was bleibt noch außer der Einsamkeit?
Nichts.
Freitag, 26. Juli 2013
61
'Sieh dir die Sterne an.' Ich blicke in den Himmel und ich
war in dieser gigantischen Kuppel, wie in einem Schneeglas nur ohne Schnee.
Anstatt Schnee sind in dieser Kuppel viele glitzernde weiche Steinchen. Diese unglaublich
weißen Sterne sind in Wahrheit nur Löcher im schwarzen Glas der Kuppel, und
wenn man in den Himmel kommt, zerbricht das Glas, da ist dann nur noch eine riesige
Fläche aus Sternenweiß, das heller ist als alles, was es gibt, aber den Augen
nicht wehtut. In dieser gigantischen Kuppel komme ich mir ganz winzig vor, wie
ein kleiner Punkt.
Freitag, 12. Juli 2013
60
Wenn alles zu viel wird. Dann gehe ich allem aus dem Weg. Nur dieses Mal nicht. Dieses Mal bleibe ich stehen und sehe zu. Lasse alles über mich ergehen. In der Hoffnung, dass alles wieder besser wird. Tief im inneren weiß ich aber, dass nichts besser wird. Und so gehe ich doch wieder allem aus dem Weg.
Ich sitze wieder hier im Haus. In meinen vier Wänden, die mich zu erdrücken drohen. Die mich kaputt und krank machen. Ich Isoliere mich wieder von der Außenwelt. Warte darauf, dass etwas passiert. Dass mich jemand hier raus holt. Sich für mich interessiert. Jemand der mir das Gefühl gibt wichtig zu sein. Doch ich weiß, dass es nie passieren wird.
Morgen kommt die Erlösung. Wenn auch nur für eine Woche, aber es ist besser als nichts. Eine Woche kein Internet. Eine Woche keine vier Wände die mich zu erdrücken drohen. Nur das Meer, die Freiheit und ich.
Dienstag, 2. Juli 2013
59
Ich denke immer wieder über Regentropfen nach.
Sie fallen vom Himmel, stolpern über ihre Füße,
brechen sich die Beine. Sie vergessen ihre Fallschirme,
wenn sie heruntertaumeln, einem ungewissen Ende entgegen.
Als entleere jemand seine Taschen über der Erde.
Dem es egal ist, dass sie zerspringen, wenn sie den Boden erreichen,
dass Menschen die Tage verwünschen,
an denen die Tropfen so dreist sind, an ihre Tür zu klopfen.
Ich bin ein Regentropfen.
Sie fallen vom Himmel, stolpern über ihre Füße,
brechen sich die Beine. Sie vergessen ihre Fallschirme,
wenn sie heruntertaumeln, einem ungewissen Ende entgegen.
Als entleere jemand seine Taschen über der Erde.
Dem es egal ist, dass sie zerspringen, wenn sie den Boden erreichen,
dass Menschen die Tage verwünschen,
an denen die Tropfen so dreist sind, an ihre Tür zu klopfen.
Ich bin ein Regentropfen.
Sonntag, 23. Juni 2013
58
Ich bin die Leere,
ich bin das Nichts,
das Vergessene,
das Verlorene.
Das was keiner vermisst.
Ich bin ich und doch überhaupt nichts,
keine Definition in die ich passe.
Donnerstag, 13. Juni 2013
57
Ich nehme die Kopfhörer, die neben mir
liegen und stecke sie in meine Ohren. Suche nach der Perfekten Musik
und schalte sie an. Nicht zu laut nicht zu leise. Nehme das Buch, das
neben mir liegt, in die Hand. Schlage es auf. Lese wie gebannt
weiter. Die Zeit vergeht. Nach einigen Stunden ist das Buch
verschlungen. Ich schlage es zu und lege es neben mich. Sehe es an.
Meine Blicke Wandern durch mein Zimmer bis zum Fenster. Es ist schon
spät. Durch das Fenster glitzern mir die Sterne, wie leuchtende
Punkte entgegen. Der große runde Mond lächelt mich an. Ich lächle
zurück. Meine Augen füllen sich langsam mit salzigen, gläsernen
Tränen, die im Mondlicht glänzen. Ich sitze da mit Tränen in den
Augen und starre den Mond an. Das Lied ist vorbei. Ein neues fängt
an. Ein Trauriges. Die Musik fährt durch meinen Körper. Leere
huscht in mich hinein. Ich nehme mein Handy in die Hand, entriegele
es. Suche ein anderes Lied. Ein Lied das nicht Traurig ist, das meine
Laune wieder steigern soll. Nachdem ich eins gefunden habe, schalte
ich es an. Ich erhöhe die Lautstärke. Die Musik dröhnt in meinen
Ohren, aber sie kommt nicht an. Sie hilft mir nicht meine Laune zu
steigern. Nicht dieses mal. Ich schalte die Musik aus. Lege das Handy
auf die Seite. Lege mich hin und starre an die Decke. Stille breitet
sich aus. Die Leere wird intensiver. Sie drückt, wie die drückende
schwere Luft vor einem Gewitter. Nach gefühlten zwei Stunden falle
ich in den Schlaf.
Sonntag, 26. Mai 2013
56
Das Gefühl zu fallen ist schrecklich.
Wenn du weißt das es nicht aufhört.
Du hörst nicht auf zu fallen.
Du fällst immer weiter.
Du siehst kein Ende.
Das Gefühl, beim Fallen keinen halt zu finden, keinen halt bei niemandem.
Wenn keiner da ist um dich aufzufangen.
Und du fällst immer weiter. Ins Nichts. Keiner merkt es.
Es zerstört dich einfach nur.
Du kannst nicht mehr.
Bist am Ende.
Dienstag, 21. Mai 2013
55
Ich sehe mich um. Alles um mich herum
ist hell. Menschen lachen in der einen Ecke. In der anderen Ecke
flüstern sie sich Geheimnisse zu. Ein paar lästern und schauen
eingebildet. Andere rennen herum und schreien. Ich sitze nur da.
Alleine. Nehme alles mögliche um mich herum wahr. Sehe wie die Welt
wirklich aussieht. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Ich schließe
sie und frage mich, was das alles hier für einen Sinn ergibt. Warum
es das alles gibt. Warum es uns gibt. Warum es mich gibt. Ich
verstehe das nicht. Die Welt ist Sinnlos. Das alles ist Sinnlos. Ich
bin Sinnlos. Würde am liebsten verschwinden. Einfach nicht mehr da
sein. Nicht hier aber auch nicht da. Nirgends will ich sein. Ich
öffne meine Augen wieder. Ganz langsam. Ganz tief in mir wünschte
ich, dass alles was ich eben gesehen habe weg wäre, ich in einem
dunklen Raum ohne Fenster und ohne Tür sitzen würde. Aber als ich
die Augen ganz öffnete war alles wie davor. Es war hell und diese
ganzen Menschen waren noch da und ich mitten drin.
Mittwoch, 17. April 2013
54
Runter zum Fluss bei den Booten. Wo jeder alleine sein wird. Wo ich keinen Sonnenaufgang sehen werde. Runter zum Fluss werde ich rennen. Schau dir die Steine im Flussbett an. Unten am Wasser. Jemand ruft mich, jemand sagt: "Schwimm mit der Strömung und fließ weg." Unten am Fluss, jeden Tag. Ich sehe wie alles tiefer in den Fluss gerissen wird. Und ich weiß nicht, warum ich den Weg gehe. Unten am Flussufer. Wenn dieser alte Fluss hinunter fließt , um den Schmutz am Flussufer wegzuwaschen. Ich gehe ganz nah an das Wasser. Der Fluss wird meine Augen und Ohren sein. Ich gehe von selbst an die Grenzen
des Flusses, um einfach wie ein Stein in das Wasser zu fallen. Gekühlt bis ins Innerste meiner Knochen. Warum gehe ich hier hin, allein? Ich sehe wie alles tiefer in den Fluss gerissen wird. Und ich weiß nicht, warum ich den Weg gehe. Unten am Flussufer.
Samstag, 13. April 2013
53
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