Samstag, 22. Dezember 2012

28

Ich liege in meinem Bett. Sehe das Buch an. Lese den Titel. 'By the time you read this, I'll be dead'. Denke darüber nach. Nehme das Buch in die Hand. Schlage es da auf, wo ich aufgehört habe zu lesen. Lese weiter. Und weiter. Bis ich an diese eine Stelle komme. Diese Stelle die mich nachdenken lässt.
Die Zukunft hat weder Hoffnung noch Bedeutung für mich. Ich weiß, dass andere leiden werden, wenn ich mich umbringe, aber warum soll ich weiter durch diese endlose Hölle gehen? Wozu ist man denn hier, wenn man sich ungeliebt und von denen im Stich gelassen fühlt, denen man einmal vertraut und auf die man sich verlassen hat? Was ist der Sinn des Lebens, wenn man nirgends hingehört?
Diese eine Stelle geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie spricht mir aus der Seele. Genau so geht es mir auch. Dieser eine Satz. Was ist der Sinn des Lebens, wenn man nirgends hingehört? Er ist in meinen Kopf eingraviert. Für immer.
Ich lege das Buch weg. Schaue an die Decke. Mache die Augen zu. Sehe diesen Satz vor Augen. Sage ihn mehrmals. Beantworte diese Frage für mich. Es gibt keinen Sinn. Keinen Sinn des Lebens. Für mich nicht. Nein. Und in diesem Moment wünschte ich mir ich wäre tot. 


 

1 Kommentar:

  1. Der Sinn des Lebens

    Was ist überflüssig und was ist der Sinn des Lebens? Wer über "diese Welt" nicht hinaus denken kann und sich nicht eingehend mit der Zukunft beschäftigt hat, könnte endlos darüber nachdenken, ohne eine Antwort zu finden. Glücklicherweise gab es jemanden, der weiter dachte als alle anderen:

    "Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.
    …
    Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion – streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist."

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Um den Kinderkram überflüssig und alles Sinnvolle nicht nur erstrebenswert, sondern auch für alle Menschen erreichbar zu machen, bedarf es "lediglich" der Überwindung der Religion, der Entwicklung des Menschen zum "Übermenschen" (nach Nietzsche).

    Dass diese Entwicklung erst heute erfolgen kann, liegt nicht an mangelndem Wissen, das in den wesentlichen Grundzügen erstmals durch den Propheten Jesus von Nazareth erkannt und bereits vor der Geburt von Sir Arthur Charles Clarke von dem Sozialphilosophen Silvio Gesell explizit beschrieben wurde, sondern an der Unterdrückung des Wissens durch alle aktiven und passiven Erfüllungsgehilfen von Politik (Machtausübung) und Religion (Machterhalt). Aktive Erfüllungsgehilfen sind jene, die etwas "regeln" wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt; und die passiven Erfüllungsgehilfen sind alle, die nicht selber denken wollen, sondern sich diesen tatsächlich sinnfreien Existenzen unterordnen.

    Getreu dem Motto "wer nicht hören will, muss fühlen" wird somit der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung, allein durch das Verhältnis zweier kollektiver Ängste bestimmt. Die reale Angst vor der bevorstehenden Auslöschung unserer gesamten "modernen Zivilisation" durch die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) muss insgesamt größer werden als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion, dem Erkenntnisprozess der Auferstehung:

    Jüngstes Gericht

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